Donnerstag, 21. Mai 2015

Review "The Expendables - Extended Director's Cut"

Filme und Serien 
The Expendables - Extended Director's Cut
Produktionsjahr Kinofassung: 2010
 Produktionsjahr Extended Director's Cut: 2012
Laufzeit: 113 min
Budget: 80 Mill. $
Einnahmen: 275 Mill. $
Original Titel: The Expendables
Regie: Sylvester Stallone
Score: Brian Tyler
 Genre: Action/Adventure/Thriller
FSK: 18
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Der Trailer:




Barney Ross (Sylvester Stallone) ist der Anführer der härtesten Söldner-Truppe der Welt: The Expendables. Ihr Leben ist der Kampf. Und dabei vertrauen sie niemandem - nur sich selbst. Lee Christmas (Jason Statham), der ehemalige SAS-Messerexperte, Yin Yang (Jet Li), der Nahkampfspezialist, Hale Caesar (Terry Crews), der Feuerwaffenspezialist, Toll Road (Randy Couture), der Sprengstoffexperte, und der Scharfschütze Gunner Jensen (Dolph Lundgren) bekommen den Auftrag, sich in ein südamerikanisches Land einzuschleusen, um den dort herrschenden, korrupten Diktator zu eliminieren. Für die ausgebildeten Krieger eigentlich keine große Herausforderung. Doch schon bald stellt sich heraus, dass ihr Auftraggeber ein doppeltes Spiel spielt .... [von der Blu-Ray Beschreibung entnommen]
O Mann was hab ich mich auf diesen Film gefreut! Die ganzen alten Kampfmaschinen in einem episch-trashigen Action-Lowbuster im Stile der guten, alten 80er Jahre VSH-Veröffentlichungen! Zugleich war meine Hoffnung, dass The Expendables die gleiche Richtung wie "Space Cowboys" einschlagen würden, in der eine Riege alter, ausgemusterter Säcke sich ein letztes Mal zusammentun um die Menschheit vor dem sicheren Untergang zu retten - nur um dabei über ihre eigenen Prothesen und Blutdruckproblemchen zu stolpern. *g* Was aber bei Space Cowboys mehr als charmant inszeniert wurde und zudem auch zuletzt in Hollywoodblockbustern à la "R.E.D.  - Älter, Härter, Besser" perfekt funktioniert hat, da geht "The Expendables" leider einen komplett anderen Weg!

Denn anstatt mit dem greißenhaften Alter der Protagonisten zu spielen (naja obwohl eigentlich ist nur Syl ein alter Sack ;-) wird hier einfach so getan, als wären Sylvester Stallone & Co noch knackige 20 Jahre alt und würden zitterfrei und ohne Beihilfe ihres betreuenden Arztes sich problemlos durch die Reihen feindlicher Armeen ballern. Sorry - was damit an Potential verschenkt wurde schweigt jeder Bedeutung! Wer dann noch - wie ich - sich eine "Heist" ähnliche Story erhofft hat, der wird dann noch ein zweites Mal enttäuscht! 


Helden zum Eintüten: The Expendables bestehen nebst Syvester Stallone aus Dolph Lundgreen (der als Verräter in den eigenen Reihen seine gewohnte schauspielerische "Leistung" abfeiert), , der asiastischen Kampflegende Jet Li (der leider bis auf einen recht ansehnlichen Kampf auf One-Ligner reduziert wurde), dem aktuell sehr erfolgreichem Jason Statham, dem ehemaligen Wrestler Randy Couture (der darf mal zwischendurch ne Geschichte über seine Ohren erzählen) und dem früheren Footballspieler Terry Crews (der mal wieder beweisen darf, dass Schwarze den Größten haben!).  Achja und dann ist da ja noch Mickey Rourke, der groß im Trailer und auf den Postern beworben wurde, aber dann nicht mal zum Actionteam gehört. Dessen Aufgabe ist einzig und alleine eine rühselige, unfassbar nervige, langweilige und schlicht deplazierte Geschichte zu erzählen, die den geneigten Actionfan die letzte Geduld aus dem Hirn schaufelt!

Sexiest Man alive - nach Patrick Stewart!
Auch die beiden Überstars Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger kommen nur in einer Cameo-ähnlichen Kurzsequenz vor, die jeder Bedeutung spottet (im Prinzip ist die komplette Sequenz schon im Trailer enthalten, kein Scherz!)! Und das hätte man besser lassen sollen, weil selbst diese wenigen Sekunden an Screentime der beiden Hollywoodlegenden einem aufzeigt, wieviel schauspielerisches Talent im Dreieck: Stallone - Willis - Schwarzenegger steckt und somit der schauspielerische Talentfall zu dem restlichen Ensemble umsotiefer ausfällt! Sein wir doch mal ehrlich: Die schauspielerische Leistung eines Dulph Lundgreen ist so beschämend mies, dass im direkten Vergleich selbst ein Nicolas Cage jedes Jahr den Oscar als besten Darsteller bekommen könnte. Vom ehemaligen Footballspieler Crews und der Wrestling-Schnarch-legende Couture mal ganz zu schweigen!!! Im Endeffekt ist dieser Ensemble Film nur eine zwei-Mann Show zwischen Sylvester Stallone und Jason Statham. 

Auf der Seite der Bösewichte haben wir dann noch: Stone Cold Steve Austin (ehemaliger Wrestler, Schauspieler naja), David Zayas (bekannt aus Dexter), dem Amateur Kickboxer Gary Daniels (hat extrem viele Z-Movies gedreht) und dem Bruder (!!!!) von Julia Roberts, Eric Roberts, als durchgeknallten CGI Agenten. Bei dieser Gegnerhorde macht ja selbst Cinderella kein Pippi vor Angst!

Ene Mene Muh - es rappelt in der Kiste
Die Story selbst ist - dem Genre typisch - so banal das diese auf nen halben Bierdeckel passen würde: Die Expendables sollen im Auftrag der CIA eine fiesen südamerikanischen Diktator ausschalten, entdecken dann aber vor Ort, dass - oh überraschende Wendung - in Wirklichkeit ein abtrünniger CIA Agent die Fäden im Tropenparadies zieht und beschließen daher, dass ihnen die ganze Sache doch etwas zu heiß wird. Ross vertritt dann aber der Meinung, dass man zumindestens die "hübsche" Tochter des Diktators retten sollte *seufz* womit dann die Expendables doch noch den kompletten Inselstaat auf den Kopf und den CIA Agenten um selbigen kürzer machen. Dazu noch ein paar One-Ligner aus der Retortenmaschine der letzten 100 miesesten B-Movies und fertig ist das Geschichten-Einerlei! Abspann - Heavy Metal Musik - Bierdosen alle! Und alle so "Yeah!"

Wie eingangs erwähnt haben es die Macher leider komplett verpasst mit dem ansehnlichen Alter der Protagonisten inhaltlich zu spielen - sind dann aber wenigstens die Testosteron-vollgepumpten-Showkämpfe sehenswert geraten? Nun, WENN mal gekämpft wird - und das findet angesichts des Genres in der ersten Hälfte des Films erstaunlich selten statt - dann wird leider häufig zwischen parallel stattfindenden Showkämpfen wild hin und her geschnitten - so dass ich als Zuschauer nicht nur die komplette Übersicht verliere sondern irgendwann auch die Lust dem Ganzen zu folgen. *seufz* Wenn sich der Film aber mal nur auf einen einzelnen Fight zwischen zwei muskelbepackten Kampfmaschinen konzentriert, dann sieht man exakt das was man haben möchte: Verdammt geile Schlagabtausche! Leider versucht der Film aber in der ersten Hälfte eine emotionale Geschichte zu erzählen - ja sag a mal, sind wir hier bei Bambi?!?

Richtig gelesen - gerade die erste Hälfte versucht mit emotionalen Holzhammergeschichten eine Bindung zu den Figuren aufzubauen, was aber aufgrund der männlichen und durchs Wrestling zermalmten Gesichter der Darsteller schlicht unglaubwürdig rübergebracht wird! Daher greifen die Macher tief in die Trickkiste und bringen den einzigen Darsteller mit Wrestlingkarriere in dem Film unter, der es tatsächlich schaffen könnte eine herzerwärmende Geschichte mit Pippi in den Augen zu erzählen: Mickey Rourke, bekannt aus - "The Wrestler". Hergott nochmal, dass soll doch ein ACTIONFILM sein.

Bleibt noch die Frage zur Brutalität: Nunja genrebedingt wird hier nicht an Blut und Leichen gespart, beides pflastert den Weg der "Helden" - jedoch hätte ich bei diesen kultigen Actionhelden einen deutlich höheren Body-Counter erwartet! ;-) Wenn aber Hale mit seiner Wumme mal so richtig ins ballern kommt, dann überschlagen sich endlich auch bei mir die Synapsen vor Freude an der übertriebenen Gewaltdarstellung! Sehr schön, aber warum den nicht die ganze Laufzeit so? Liebe Filmmacher: Konzentriert Euch auf das was ihr am besten könnt: sinnbefreite Äctschn mit viel Blutgespratzl!

Zudem versucht der Film krampfhaft neue One-Ligner à la "I`ll be back" oder "DAS ist Blaues Licht" zu kreieren, in dem es bestimmte Wort"gags" immer und immer wieder wiederholt - ähnlich den Teletubbies - um diese auf diesen Weg in die Hirnrinde des letzten Zuschauers für immer einzubrennen. Leider geht das aber komplett nach hinten los und - ich sags wies ist - sowas ist weder lustig, noch innovativ sondern schlicht nervig! Aber sowas von!

Eric Roberts und Austin im Tiefflug!
Abschließend der Blick auf die technischen Seiten des Films: Der Film ist viel (!!) zu dunkel auf Celluloid gebannt worden, wodurch die Kampfchoreographien komplett absaufen. Der Soundtrack ist unaufdringlich, da ist mir nichts positives oder negatives aufgefallen. Positiv ist aber zu vermerken, dass so häufig wie es ging auf klassisch gemachte Stunts und Explosionen gesetzt wurde, von den miesen CGI Bluteffekten mal abgesehehen! Jo, da fühlte ich mich dann tatsächlich ENDLICH mal in meine VHS-Kindheit zurückversetzt. Und wenn dann die fantastischen Soundeffekte - es wummt und spratzt nur so im Subwoover und die Kugeln fliegen akustisch regelrecht einem um die Ohren - den Zuschauer mitten in das Geschehen versetzen, dann kann man zufrieden seine Chips futtern und die Denkluke schließen! Und so sollte es hier auch sein!




Fazit: 
Anstatt uns einen liebevoll inszenierten Ensemble Film mit gealterten Actionhelden à la Space Cowboys oder R.E.D. zu präsentieren, versteift sich Regisseur Stallone in eine  jugendliche Inszenierung des Actionspektakels mit einem anfänglich fast unerträglichen Schwerpunkt auf schlecht arrangierte emotionale Elemente. Hinten raus bekommt der Zuschauer aber dann doch noch exakt das, was er eingangs erwartet hat: Pure, brutale, kompromisslose, Testosteron-geschwängerte Actionchoreographien, mit einem brachalem Feuerwerk an Explosionen, Blut und Gedärme! Unterstrichen wird der simple Handlungsstrang durch die genrebedingte einfache Schwarz-Weiß Zeichnung der handelnden Figuren! Das wäre soweit alles super, wenn nicht der viel zu tiefe Schwarzwert des Films die Choreographien komplett absaufen lassen würde und die Actionsequenzen ein Tick ruhiger geschnitten wären. Insgesamt ein leider enttäuschender Auftakt der Reihe, der aber dennoch Freude auf eine Fortsetzung macht! Denn es kann ja fast nur noch besser werden bei diesem Ensemble!


Gesamtwertung:

Einzelwertungen:

Corny: 6/10
s.o. 

Eva: 8/10
"cool, schon witzig, passt."

Jan: 7/10
"Zu viel Story um die Personen!"



 Quelle Bilder: cinema.de


Achtung Schnittfassung: FSK16: Für die Heimkinoauswertung wurde neben der ungeschnittenen 18er Fassung zusätzlich noch eine gekürzte Edition veröffentlicht, die von der FSK eine 16er Freigabe erhalten hat. In dieser fallen einige der doch recht expliziten Szenen, allen voran die vielen Blutspritzer und abgesprengten Körperteile, dem Cutter zum Opfer, was mit einer Gesamtkürzung von 5:15 Min trotz allem noch recht human ausfällt! Dem unbedarften Zuschauer dürfte es aber trotzdem am Ende der 16er Fassung wundern, wenn unzählige Leichen den Weg der Helden pflastern, man aber über die gesamte Laufzeit des gekürzten Films nicht einen einzigen Mord gesehen hat! ;-) Den Schnittbericht dazu kann man HIER nachlesen. Kurzum, der wahre Cineast greift eh direkt zur ungekürzten Kinofassung, oder noch besser zur Extended Directors' Cut Fassung (siehe unten)!

Extended Director's Cut: Grundlage des hier vorliegenden Reviews ist der Extended Director's Cut den Stallone 2011 veröffentlicht hat und der bei uns dann schon 2012 direkt auf Blu-Ray erschienen ist. Der Extended Cut fügt dabei nicht nur einfach einige neue Szenen hinzu, sondern der ursprüngliche Film wurde an insgesamt 221 Stellen verändert, davon 73 zusätzliche/erweiterte Szenen, 39 alternative Einstellungen, 26 alternative Szenenabläufe, 10 Szenenumstellungen und 3 Dialogänderungen! Besonders positiv ist dabei hervorzuheben, dass Stalone im Directors Cut der B-Garde an Darstellern eine etwas stärkere Gewichtung zukommen lässt und auch der Filmfluß etwas flüssiger wirkt. Kurzum der Extended Directors Cut ist mit einer 9:47 Min längeren Laufzeit die empfehlenswertere Fassung und sollte in keiner Trash-Martials-Art-Sammlung fehlen! ;-) Den Schnittbericht dazu kann man hier: Teil1 und Teil 2 nachlesen.

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